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Paritätische Prüfung

Eignungs-, Kontroll- und Bühnenreifeprüfungen für Bühnennachwuchs

Die Theaterunternehmerverbände (Wiener Bühnenverein, Theatererhalterverband österreichischer Bundesländer und Städte) und die Sektion Bühnenangehörige der Hauptgruppe VIII - KMSfB in der younion _ die Daseinsgewerkschaft, errichteten vor vielen Jahren eine gemeinsame zentrale Prüfungsstelle: die "Paritätische Prüfungskommission" mit Sitz in Wien.

Der Abschluss erfolgt in drei Schritten und wird von der OAA begleitet:

1. Eignungsprüfung: mit Beginn der Berufsausbildung (bzw. innerhalb des ersten Ausbildungsjahres) abzulegen.

  • Anmeldeformular und ein aktueller Lebenslauf
  • Das Prüfungsrepertoire kann selbst gewählt werden; mindestens 2 szenische Darstellungen, fakultativ dazu ein musikalisches Stück (Song/Couplet)

Die Prüfungskommission (Jury) kann auch Improvisationsaufgaben stellen.
Wird die Eignungsprüfung nicht bestanden, ist die Wiederholung frühestens nach 6 Monaten möglich. Die Eignungsprüfung darf zwei Mal innerhalb von zwei Jahren wiederholt werden.

2 Kontrollprüfung (Anmeldung 1,5 Jahre nach bestandener Eignungsprüfung):

  • Anmeldeformular und ein aktueller Lebenslauf
  • Das Prüfungsrepertoire kann selbst gewählt werden; 4 szenische Darstellungen, darunter mindestens 1 Klassiker. Eine Szene sollte als Dialog dargestellt werden können.

Die Prüfungskommission (Jury) kann auch hier Improvisationsaufgaben stellen. Wird die Kontrollprüfung nicht bestanden, so kann diese frühestens nach 6 Monaten wiederholt werden. Die Kontrollprüfung darf zwei Mal innerhalb von zwei Jahren wiederholt werden.

3. Reifeprüfung (Anmeldung nach 1,5 Jahren nach bestandener Kontrollprüfung):

  • Anmeldeformular und ein aktueller Lebenslauf
  • Das Prüfungsrepertoire kann selbst gewählt werden; Drei in allen Szenen durchstudierte Ganzrollen* (davon ein Klassiker), Drei Teilrollen* (Szenen) darunter ein weiterer Klassiker und eine Szene, die als Dialog dargestellt werden sollte. Sowie eine Szene in Mundart oder Song, Chanson oder Couplet oder Pantomime

Wird die Reifeprüfung nicht bestanden, so kann diese frühestens nach 6 Monaten, spätestens aber nach 12 Monaten wiederholt werden. Die Reifeprüfung darf ein Mal wiederholt werden. Eine 2. Wiederholung kann durch die paritätische Prüfungskommission - auf begründeten schriftlichen Antrag – gestattet werden.

Der Prüfling hat bei allen Prüfungsschritten das Recht, die erste Prüfungsaufgabe selbst zu wählen.

* Erklärung: Als Ganzrolle wird die Erarbeitung einer stücktragenden Figur bezeichnet, deren Entwicklung zur Gänze nachvollzogen werden muss, als ob man an einer Aufführung mitwirkt. Zur Prüfung sind wenigstens drei Szenen daraus vorzubereiten, in der die Figur monologisch oder sehr dominant auftritt.

Als Teilrolle gilt eine abgeschlossene Szene – hier ist natürlich Kenntnis über die Grundzüge des Stücks unverzichtbar, aber das Augenmerk liegt auf der betreffenden Szene selbst.

Die Repertoirelisten sind für jede Prüfungsstufe neu zu gestalten. Dabei ist darauf zu achten, dass möglichst verschiedene Facetten des Schauspiels gezeigt werden (wie Komik, Dramatik, Tragik, aber auch Beweglichkeit und Deklamatorik etc.)

Die Verwendung von Requisiten und Kostümen sollte auf das Allernotwendigste beschränkt bleiben, insbesondere auf wenige Umzüge. Da die erste Rolle selbst ausgewählt werden kann, ist es sinnvoll, bereits fertig vorbereitet auf die Bühne zu kommen.

Die Prüfungsgebühr beträgt 40 Euro und ist am Tag der Prüfung in bar zu bezahlen.

Die Einladung zur Prüfung ergeht mindestens 10 Tage vor dem Prüfungstermin, wenn die Anmeldung rechtzeitig und ordnungsgemäß erfolgt ist.

Stand: Oktober 2018

Weitere Infos auf der Seite der younion.